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Anita Berres, dt. Publizistin

AUS EIGENER UND FREMDER FEDER

Bericht über das Solo-Konzert von Andrea Azzolini am 27.09.2015 im Landshuter Salzstadel

von Heike Arnold (Kommentare: 0)

Andrea Azzolini – ein Name, den sich Liebhaber der klassischen Klaviermusik merken sollten

Das 23-jährige Ausnahmetalent unter den Jungpianisten begeisterte die Besucher der Benefiz-Sonntagsmatinée des bayerischen Cimbern-Kuratoriums im Landshuter Salzstadel mit Interpretationen von Chopin und Schumann.

Text: Heike Arnold  Künstlerfotos: Francesco Fratto

Von der klassischen Musikwelt wird er als außergewöhnliches und mitreißendes junges Talent anerkannt. Seine Auftritte, sagen Kenner, sind randvoll mit jugendlicher Vitalität, Wärme und Temperament. Wichtige Persönlichkeiten wie Dmitri Bashkirov, Gary Graffman, Pavel Gililov, Leonid Margarius und Vanessa Latarche, deren Bekanntschaft Andrea Azzolini während seiner Ausbildung am Tschaikowsky Konservatorium in Moskau machen konnte, sind einhellig voller Lob für den auf sympathische Weise jenseits der Bühne fast schüchternen Italiener.

Dass nun gerade das bayerische Cimbern-Kuratorium den jungen Künstler, der bereits Solo- und Orchester-Konzerte im Wiener Saal in Salzburg, der Rachmaninov Halle in Moskau und anderen großen Bühnen in den wichtigsten Städten Italiens, in Österreich, der Schweiz, in Russland, Bulgarien, England und Holland gespielt hat, für ein Solo-Konzert im Landshuter Salzstadel gewinnen konnte, ist einer langen deutsch-italienischen Freundschaft geschuldet – der Freundschaft von Rino Azzolini, Großvater des Pianisten, mit Hans Geiselbrechtinger, ehemals Landrat, und Hugo F. Resch, passionierter Cimbern-Forscher. Diese Freundschaft wird von den Kindern und Enkelkindern der Familien bis heute gepflegt.

Musik ist Weltsprache.
Musik verbindet Generationen.
Musik überbrückt Grenzen.

In Erinnerung und Würdigung der Rolle, die sein Großvater für das bayerische Cimbern-Kuratorium spielt, entführte Andrea Azzolini sein altersgemischtes Auditorium schnell "aus Zeit und Raum". Hochkonzentriert spielend von der ersten zärtlichen Berührung der Klaviatur bis zum letzten Ton, die Gedankenwelten der Komponisten scheinbar verinnerlicht, begeisterte er mit seinen Interpretationen von Chopins Ballade Nr. 2 op. 38, der Mazurka op. 24 und dem Scherzo No. 4 op. 54. Erst nach Ende des Konzerts ließ Andrea Azzolini die Zuhörerschaft wissen, dass es sich beim Spiel von Robert Schumann's  Arabeske op. 18 und der Symphonischen Etüde op. 13 um eine "Premiere" gehandelt hat; nie zuvor hatte er sie auf einer öffentlichen Bühne gespielt.

Stolz auf das Talent und Können ihres Sohnes berichtet Signora Azzolini, dass das Klavierspiel ihres Sohnes schon im Alter von sieben Jahren eine "Passion" gewesen sei und niemand in der Familie ihn zur klassischen Musik gebracht habe. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr sei Andrea – wie andere Altersgenossen – sportlich sehr aktiv gewesen, hätte sich im Kampfsport geübt, doch bald habe seine Sorge, die Hände könnten Schaden beim Sport nehmen, dazu geführt, sich ganz auf das Üben am Klavier zu konzentrieren. Harte Arbeit sei das gewesen, sagt die Mama, stundenlang habe er Tag für Tag an seinem Instrument verbracht und schließlich am "F. E. dall'Abaco"-Konservatorium in Verona in Laura Palmieri eine Lehrerin gefunden, die eine Schülerin des berühmten Arturo Benedetti Michelangeli war. Mit dreizehn Jahren debütierte Andrea Azzolini mit dem Jugendorchester des Konservatoriums von Padua mit Haydns Konzert in D-Dur. Danach absolvierte er am Tschaikowsky-Konservatorium unter der Leitung von Natalia Trull sein Studium der klassischen Klaviermusik. 2015 wurde er zum künstlerischen Leiter des "Bartolomeo Cristofori Piano Festival" in Padua berufen.

Obwohl Andrea Azzolini beim Blick auf seinen bisherigen Erfolg schon allen Grund hätte "abzuheben", war es ihm eine ehrliche Freude, auf der kleinen Bühne des Landshuter Salzstadels schwungvoll in die Tasten des perfekt gestimmten Steinways zu greifen und dem Publikum "magische Momente" zu bescheren.

Dass für dieses Hörerlebnis der Spitzenklasse vom bayerischen Cimbern-Kuratorium kein Eintritt verlangt werden musste, ist dem Kultursponsoring der VR-Bank Landshut und anderen Spendern zu verdanken – ein Engagement, das nicht unerwähnt bleiben soll. Die Förderung von Freundschaften zwischen deutschen und italienischen Jugendlichen mit cimbrischen Wurzeln, leistet einen wichtigen Beitrag zum friedvollen Miteinander in Europa und zur Pflege der uralten cimbrischen Sprache.

Musik ist Weltsprache. Musik verbindet Generationen. Musik überbrückt Grenzen.---#

Mehr über das Leben und Schaffen des jungen Künstlers auf: www.andreaazzolini.com

Veröffentlichungen:

Vilstalbote vom 08.10.2015
Landshuter Zeitung
Vilsbiburger Zeitung

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